26.  O Herr, ich bin nicht würdig

Leitfaden

 

Vorbereitungen

Wir legen das „Gotteslob“ bereit.

Wir drucken aus:

 

Gebet zu Beginn

Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein,
besuch das Herz der Kinder dein:
Die deine Macht erschaffen hat,
erfülle nun mit deiner Gnad!

 

Wiederholung

  1. Wovon wurden die Israeliten in Ägypten befreit?
    Von der Skl...........................
  2. Wovon hat Christus, das neue Passahlamm, uns befreit?
    Von Sü........... und T.........
  3. Mit Hilfe des Fotos der Höhlen von Qumran stellen wir die folgende Frage:
    Unmittelbar vor der Wandlung spricht der Priester:
    „Denn am Abend, an dem er ausgeliefert wurde und sich aus freiem Willen dem Leiden unterwarf...“
    Dass er es aus freiem Willen tat, sieht man daran, dass Jesus sich der
    Verhaftung nicht entzogen hat. Er hätte sich ihr ohne weiteres entziehen
    können – auf welche Weise?

    Durch Flucht in die W.............. J................
  4. Jesus wollte keine Gewalt. Woraus geht das hervor?
    Er sagte zu Petrus: Steck dein Sch.............. in die Sch......................!
  5. Jesus ließ sich verhaften, wehrlos wie ein Lamm. Und dennoch hätte er die Macht gehabt, die Verhaftungsmannschaft zu überwältigen. Aus welchen Worten, die er  Petrus entgegnete, geht das hervor?
    Oder glaubst du nicht, mein V............ würde mir sogleich mehr als zwölf Legionen E............. schicken, wenn ich ihn darum bitte?

 

Ablauf des Gesprächs

 

1. Der Hauptmann von Kafarnaum

 

1.1 Auslegung des Textes

5 Als Jesus nach Kafarnaum kam, trat ein Hauptmann an ihn heran und bat ihn:

6 Herr, mein Diener liegt gelähmt zu Hause und hat große Schmerzen.

7 Jesus sagte zu ihm: Ich will kommen und ihn gesund machen.

8 Da antwortete der Hauptmann: Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach. Aber sprich nur ein Wort, so wird mein Diener gesund...

10 Jesus war erstaunt, als er das hörte, und sagte zu denen, die ihm nachfolgten:

11 Amen, das sage ich euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel noch bei keinem gefunden...

13 Und zum Hauptmann sagte er: Geh! Es soll geschehen, wie du geglaubt hast. Und in derselben Stunde wurde der Diener gesund. (Lk 8,13-15)

  1. Woran leidet der Diener des Hauptmanns? (6)  (an einer schmerzhaften Lähmung)
  2. Wie redet der Hauptmann Jesus an? (Herr)
  3. Warum ist das nicht selbstverständlich? (Jesus gehörte zum unterdrückten Volk der Juden, der Hauptmann dagegen war ein Vertreter der Besatzungsmacht und Centurio, d.h. er befehligte 100 Mann.)
  4. Zweimal wird im Evangelium berichtet, dass Jesus erstaunt war.
    Worüber staunt Jesus hier? (10) (über den Glauben des Hauptmanns)
  5. Was ist so erstaunlich an dem Glauben des Hauptmanns? (8) (Er glaubt, dass Jesus durch ein einziges Wort seinen Diener heilen kann.)
  6. Jesus spricht das erbetene Wort. Wie lautet es? (13) (Es soll geschehen.)
  7.  Es erinnert an das Wort Gottes bei der Schöpfung: Es werde Licht!
    Was sagt uns das über Jesus? (Er hat die Macht des Schöpfers - Vollmacht.)

 

1.2 Bildbetrachtung

  1. Wodurch ist der Hauptmann als Soldat erkennbar? (Helm, Brustpanzer (lorica) und Militärmantel (sagum)
  2. Zu welchen Worten des Hauptmanns passt seine Handbewegung? (6) (mein Diener liegt gelähmt zu Hause und hat große Schmerzen)
  3. Vergleiche die Körpergröße des Hauptmanns mit der Körpergröße Jesu! Welche Aussage macht der Ikonenmaler damit? (Es geht nicht um die physische Größe, sondern um die Bedeutung der Personen.)
  4. Wie hat der Maler darüber hinaus die Würde des Sohnes Gottes anschaulich gemacht? (Heiligenschein, blaue Farbe des Gewandes = Himmelsfarbe, die Haltung der rechten Hand: Daumen (nicht sichtbar), Ringfinger und Kleiner Finger symbolisieren zusammengelegt die hl. Dreifaltigkeit, Zeige- und Mittelfinger symbolisieren die beiden Naturen – Mensch und Gott)

 

2. Die Worte des Hauptmanns in der Liturgie

2.1 O Herr, ich bin nicht würdig

  1. Der Hauptmann sagt: O Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach.
    Aber sprich nur ein Wort, so wird mein Diener gesund.
    Wann sprechen wir diese Worte in der hl. Messe? (unmittelbar vor der Kommunion)
  2. Allerdings ist jetzt ein einziges Wort anders:
    Wer ist in der Erzählung des Evangeliums krank? (der Diener)
    Von wem wird jetzt gesagt, dass er krank ist? (von unserer Seele)
  3. Wieso ist unsere Seele krank? Was ist das für eine Krankheit?
    Schauen wir uns unsere Seele einmal etwas näher an!
    1. Unser Verhältnis zu unseren Mitmenschen – was gibt es da für hässliche Verhaltensweisen?
      (Schimpfwörter, über jemanden schlecht reden, mit Schulkameraden raufen, die Eltern durch Frechheit beleidigen...)
    2. Unser Verhältnis zu Gott
      Manchmal bekommen wir Geschenke von den Eltern, Verwandten und/oder Freunden. Wir bekommen aber auch Geschenke von Gott. Welche könnten das sein? (das Leben, das tägliche Brot, Familie, Freunde)
      Ich nenne Dir noch zwei weitere Beispiele:
      1. Zeit ist ein kostbares Geschenk Gottes. Wir verwenden sie leider nicht immer richtig, sondern verplempern sie für unnütze Dinge. Welche könnten das z.B. sein? (herumlungern, Übermaß an Computerspielen...)
      2. Gesundheit ist ein kostbares Geschenk Gottes. Auch mit ihr gehen wir manchmal recht fahrlässig um.
          1. Wodurch schaden wir der Gesundheit des Körpers? (bei kaltem Wetter nicht warm genug anziehen, zu viele Süßigkeiten – Gift für die Zähne)
          2. und der Gesundheit der Seele? (zu viel Fernsehkonsum...)

 

2.2   ...aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund 

Wer krank ist, muss zum Arzt gehen. Das gilt auch für unsere Seele. Der Arzt unserer Seele ist Jesus Christus. Das kann man sehr schön an dem folgenden Bild sehen.

 

Bildbetrachtung Blindenheilung von Duccio di Buoninsegna

  1. Der Blinde hält einen Stock in der Hand. Wozu braucht er ihn? (zum Tasten)
  2. Jesus trägt ein blaues Gewand. Was bedeutet das? (Farbe des Himmels)
  3. Beschreibe den Blick Jesu! (ernst, konzentriert, liebevoll)
  4. Manchmal gelingt es auch Ärzten, Blinde zu heilen. Auf welche Weise erreichen sie das, z.B. in einer Augenklinik? (durch eine Operation)
  5. Jesus braucht nicht zu operieren. Auf welche Weise heilt er? (Er legt seinen Finger auf das blinde Auge)

 

Der Arzt des Lebens

Jesus Christus, der Arzt des Lebens, will auch uns heilen. Und es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie wir uns in seine „Behandlung“ begeben können:

  • Wenn unsere Schuld groß ist, können wir sie in der Beichte bekennen.
  • Aber auch in der Eucharistiefeier gibt es zwei Möglichkeiten:
    • beim Bußakt zu Beginn der hl. Messe
    • unmittelbar vor der hl. Kommunion, wenn wir die Worte des Hauptmanns sprechen. Denn wie lautet der zweite Satz? (aber sprich nur ein Wort, so wird meine Seele gesund)

 

Ein Arzt kann nur heilen, wenn der Patient ihm vertraut. Misstrauen und Zweifel an der Fähigkeit des Arztes verhindern den Erfolg der Behandlung.

Dasselbe gilt für unser Verhältnis zu Jesus Christus, dem Arzt des Lebens. Schauen wir auf den Glauben des Hauptmanns: In welchen seiner Worte drückt sich sein rückhaltloses Vertrauen aus? (sprich nur ein Wort)

Diese Vertrauen wünscht sich Jesus Christus auch von uns.

Ein Gebet, welches dieses Vertrauen in vorbildlicher Weise zum Ausdruck bringt, hat ein großer Heiliger des 13. Jahrhunderts formuliert: Thomas von Aquin. Es ist bis heute eines der schönsten Gebete, die man nach dem Empfang der hl. Kommunion beten kann.

Wir wollen es zum Schluss gemeinsam sprechen: 

Das Gebet des hl. Thomas von Aquin:

Ich komme wie ein Kranker zu Arzt des Lebens, wie ein Unreiner zur Quelle des Erbarmens, wie ein Blinder zum Licht der ewigen Klarheit, wie ein Armer zum Herrn des Himmels und der Erde.

Barmherziger Gott, gib, dass ich nicht nur äußerlich das Sakrament des Leibes und Blutes des Herrn empfange, sondern auch innerlich dessen Wesen und Kraft, dass ich verdiene, seinem geheimnisvollen Leib einverleibt zu werden.

Liebreichster Vater, lass mich deinen  geliebten Sohn, den ich jetzt auf dem Weg dieses Lebens verhüllt empfange, einst mit unverhülltem Angesicht ewige schauen.

 

Zusammenfassung

  1.  Es gibt nicht nur Krankheiten des Körpers, es gibt auch Krankheiten der Seele. Was meinen wir damit? (hässliche Verhaltensweisen und Undankbarkeit gegen Gott)
  2. Welche Geschenke haben wir von Gott empfangen, die wir sorgfältig behandeln sollten? (Zeit und Gesundheit)
  3. Wir sollten aufräumen, wenn ein Gast kommt. Das gilt um vieles mehr, wenn Jesus Christus zu uns kommt. Welche Möglichkeiten gibt es, in der Seele aufzuräumen? (die Beichte und die Worte des Hauptmanns vor der Kommunion)
  4. Was wünscht sich Jesus von uns, wenn wir ihn um Vergebung bitten? (das rückhaltlose Vertrauen, dass er bereit ist, uns zu vergeben)

 

Anregung

Wir alle müssen das Beten erlernen. Eine Schule des Gebets sind Texte, die von großen Betern formuliert worden sind. Für Kinder und Erwachsene können solche Texte eine große Hilfe sein.

Eine Sammlung von Gebeten nach der Kommunion finden wir im alten „Gotteslob“ unter Nr. 372 ff. Leider sind diese Gebet nicht in das neue Gotteslob übernommen worden. An ihrer Stelle kann unser Kind aber im neuen Gotteslob die Liedtexte Nr. 492 bis 498 beten.

Wir können unserem Kind empfehlen, aus dieser Sammlung jedes Mal drei Gebete nach der Kommunion zu beten. So erlangt es allmählich die Fähigkeit, eigene Gebetsgedanken zu entwickeln.