B 2. Jesu Geduld mit Petrus - und uns
Leitfaden

 

Vorbereitungen

Wir drucken aus - falls zwei Bilder auf ein Blatt gedruckt werden, Reihenfolge verändern!

  1. Petrus versinkt im Wasser
  2. Jesus wäscht Petrus die Füße
  3. Der uralte Olivenbaum von Luras:
  4. Jesu Todesangst (Halbrelief im Garten Getsemane)
  5. Der Garten Getsemane heute

Wir versammeln uns in der Nähe des PC wegen des Kurzvideos.

 

Gebet zu Beginn

Komm, Schöpfer Geist, kehr bei uns ein,
besuch das Herz der Kinder dein:
Die deine Macht erschaffen hat,
erfülle nun mit deiner Gnad!

 

Ablauf des Familiengesprächs

 

Wiederholung

  1. Immer wieder erlebte Petrus die göttliche Macht Jesu.
    1. Wo war er zum ersten Mal fasziniert von der Macht seiner Worte? (in der Synagoge von Kapharnaum)
    2. Bei welcher Gelegenheit staunte er über die Macht Jesu, Krankheiten zu heilen? (als seine Schwiegermutter von Jesus geheilt wurde)
    3. Durch welches Ereignis wurde ihm die Heiligkeit Jesu und die Hässlichkeit der Sünde bewusst? (beim reichen Fischfang)
  2. Petrus erlebte Jesus aber auch in seiner Menschlichkeit.
    1. Was empfand Jesus, als die 72 Jünger ihn verließen? (Enttäuschung)
    2. Wie reagierte Jesus, als er hörte, dass sein Freund Lazarus gestorben war? (Er weinte.)
  3. Was empfand Jesus, als der Hauptmann von Kapharnaum ihm bedingungslos vertraute? (Er empfand große Freude.)
  4. Warum hingen die Kinder in solchem Maße an ihm, dass es den Jüngern manchmal lästig wurde? (weil er ihnen so herzlich begegnete und sie als Vorbild. für die Gläubigen hinstellte.)

 

1. Anlage B 2.a.

Wie bei Kap. B 1 kann Text 6 vorgelesen oder abschnittsweise im Wechsel gelesen werden. (A 1)

 

Lösung der Fragen zum Text

  1. Das Gebet Jesu
    1. Zu welcher Tageszeit betete Jesus am liebsten? (in der Nacht)
    2. Wir könnten wohl kaum die ganze Nacht beten. Warum fiel es ihm leicht? (weil er mit dem Vater so innig verbunden war)
    3. Wenn wir zu Gott beten, dürfen wir uns zunächst an Jesus Christus wenden. Warum ist das eine große Hilfe? (weil Jesus Mensch war wie wir)
    4. Aber Jesus Christus will nicht, dass wir bei ihm stehen bleiben, er will uns zum Vater führen. Das sieht man an dem Gebet, das er uns selbst gelehrt hat. Wie beginnt es? (Vater unser)
  2. In der Nacht kam Jesus über den See auf die Jünger zu.
    1. Was sagte er, als er ihr Entsetzen sah? (Habt Vertrauen! Ich bin es. Fürchtet euch nicht!)
    2. Warum sagte er zu Petrus: Du Kleingläubiger? (Petrus ging unter, weil er ihm nicht vertraut hatte.)

 

2. Wir legen das Bild vor: Petrus versinkt

(Die griechische Inschrift bedeutet: Christus wandelt auf dem Meer.)

 

Vorschläge für Fragen zur Interpretation

  1. Vergleiche die Körpergröße Jesu und des Petrus! (Jesus ist wesentlich größer - symbolisch)
  2. Welcher Augenblick der Erzählung ist dargestellt? (Petrus´ Mund formt sich zu den Worten: Herr, rette mich! Im nächsten Augenblick wird Jesus sagen: Du Kleingläubiger!)
  3. In welchen Einzelheiten weicht das Bild vom biblischen Bericht ab?
    1. bei der Tageszeit
      (Nach dem biblischen Bericht erschien Jesus zwischen der dritten und vierten Nachtwache = zwischen 3 und 6 Uhr morgens. Auf dem Bild ist es es Tag, nicht Nacht.)
    2. bezüglich des Sees
      (Die Wasseroberfläche ist ruhig, von Wellengang und starkem Gegenwind ist nichts zu sehen.)
  4. Was könnte der Grund für diese Abweichungen sein?
    1. Tageszeit: Man könnte ganz vordergründig meinen, die Szene sei im Dunkeln schwer darstellbar. Aber diese naturalistische Erklärung entspricht wolh kaum dem Charakter einer Ikone. Da der Himmel und die stilisierte Landschaft in goldenes Licht getaucht sind, das der Gloriole Jesu entspricht - so sehr, dass diese sich kaum davon abhebt - , dürfen wir annehmen, dass die Helle des Tages ein Hinweis ist auf die göttliche Macht Jesu, die alles Natürliche überstrahlt und die Nacht zum Tag macht.
    2. Wasseroberfläche
      Hier dürfte es sich um eine Vorwegnahme handeln. Nach Mt 14,32 und Mk 6,51 legte sich der Wind erst, als Jesus in das Boot gestiegen war. Hier nimmt der Maler die Stillung des Sturms vorweg, um die Macht Jesu über die Natur zu betonen.
  5. Die Schriftrolle
    1. Was hält Jesus in der rechten Hand? (eine Schriftrolle)
    2. Wenn wir erraten wollen, was der Maler damit ausdrückt, müssen wir eine Stelle aus dem Buch Ijob heranziehen. Sie lautet:
      Gott spannt den Himmel aus und schreitet einher auf den Höhen des Meeres.(Ijob 9,8)
      Diese Worte wurden viele Jahre vor Jesu Geburt niedergeschrieben. In ihm haben sie sich erfüllt.

 

3. Wir lesen die Texte 7 bis 9.

 

Lösung der Fragen:

  1. Jesus musste mit Petrus viel Geduld haben. Erkläre, warum!
    1. bei der Fußwaschung (Petrus lehnte zunächst ab, dann aber wollte er auch Hände und Kopf gewaschen haben)
    2. als Petrus sagte: Ich bin bereit, mit dir in den Tod zu gehen! (Jesus wusste, dass Petrus sein Versprechen nicht halten würde.)
    3. in Getsemani (Petrus schlief ein, statt mit Jesus zu wachen.)
      Zwei Beispiele aus dem vorigen Kapitel:
    4. beim reichen Fischfang (Petrus hatte Jesus nicht geglaubt.)
    5. als Petrus auf dem Wasser zu ihm kommen wollte (Zunächst vertraute er dem Herrn, dass er nicht versinken würde, aber dann bekam er doch Angst.)
  2. Warum ist es tröstlich für uns, dass Jesus mit Petrus so viel Geduld hatte? (weil wir hoffen dürfen, dass er auch mit uns Geduld haben wird)
  3. Warum lag Jesus so viel daran, dass die Jünger mit ihm wachten? (er war ganz Mensch und brauchte ihre Gemeinschaft)
  4. Jesus sehnt sich auch nach der Gemeinschaft mit uns. Welche Möglichkeiten haben wir, ihm diesen Wunsch zu erfüllen? (Gebet, Gottesdienstbesuch, Nächstenliebe)

 

4. Wir betrachten die Bilder 2 bis 5.

 

Zu Bild 2:

Welcher Augenblick ist dargestellt?

 

Zu Bild 4 und 5:

Die Fremdenführer in Jerusalem behaupten, die Ölbäume des Gartens Getsemani stammten aus der Zeit Jesu. Da Ölbäume sehr alt werden können und die Ölbäume im Garten Getsemani sehr zerklüftet sind und einen großen Umfang haben, ist das nicht ganz ausgeschlossen.

Bild 5 z.B. zeigt einen Ölbaum auf Sardinien, dessen Alter auf 2000 Jahre oder mehr geschätzt wird. Allerdings hat er einen Durchmesser von 12 m.

Durchaus denkbar ist jedenfalls, dass die Ölbäume von Getsemani die „Kinder“ der Ölbäume sind, unter denen sich die Apostel gelagert haben.

 

Zusammenfassung

  1. Warum ist es für uns tröstlich, dass Jesus mit Petrus so viel Geduld hatte?
    (weil wir hoffen dürfen, dass er auch mit uns Geduld haben wird)
  2. Jesus war ganz Mensch, und so brauchte er auch die Gemeinschaft der Menschen. Wie zeigte sich das in Getsemani?
    (Er bat die Jünger, mit ihm zu wachen und zu beten.)
  3. Welche Möglichkeiten haben wir, seine Liebe zu erwidern?
    (Gebet, Gottesdienst, Nächstenliebe)
  4. Wenn wir uns zu Gott beten wollen, dürfen wir uns zunächst an Jesus Christus wenden. Warum ist das eine große Hilfe für uns?
    (weil Jesus Mensch war wie wir und uns deshalb so nahe ist)
  5. Jesus will aber nicht, dass wir bei ihm stehen bleiben. Er will uns zum Vater führen. Das sehen wir an dem Gebet, das er selbst uns gelehrt hat. Wie beginnt es?
    (Vater unser)

 

5. Wir beschließen das Kapitel mit einem Video:

 

Papst Franziskus feiert Messe im Jugendgefängnis (Dauer: 1:31 min.)

Lösung der Fragen zum Video:
  1. Wem wäscht der Papst die Füße? (zwölf jugendlichen Strafgefangenen in Rom: zehn jungen Männern und zwei jungen Frauen, darunter einer Muslima)
  2. Was tut der Papst, nachdem er den Fuß des ersten Strafgefangenen abgetrocknet hat? (Er küsst den Fuß.)
  3. Das Mädchen, das als dritte an der Reihe ist, schlägt die Hand vor den Mund. Wie deutest Du diese Geste? (Offenbar kann sie es nicht fassen, dass der Papst sich so erniedrigt.)

 

Anmerkung

(A 1)

Der letzte Satz in Text 6 ist einem Brief Dostojewskis entnommen. Er mag etwas pathetisch klingen, ich habe ihn dennoch übernommen, weil er nach meiner Meinung zu der begeisterungsfähigen Art des Apostels Petrus passt.

Das scheinbare Pathos des Dostojewski-Zitats bekommt übrigens einen anderen Klang, wenn man den biographischen Kontext beachtet. Janko Lavrin schreibt dazu: „Dostojewskis Weg zur Religion war übersät mit Zweifeln, inneren Konflikten und Qualen, von denen er sich niemals, auch nicht in der letzten Phase seines Lebens, gänzlich freimachen konnte.“ (Q 1)

In dem oben zitierten Brief an Madame Fonvisina heißt es denn auch: „Ich kann von mir selbst sagen, dass ich ein Kind meiner Zeit bin, ein Kind des Unglaubens und des Skeptizismus; ich bin es bis jetzt gewesen und weiß, dass ich es bis an mein Grab bleiben werde.“

Wenig später aber folgt in demselben Brief der oben zitierte Satz. Dostojewski hat mutig gegen seine Glaubenszweifel gekämpft, er ist in diesem Punkt sehr vergleichbar mit Mutter Teresa von Kalkutta, vgl. die geheimen Aufzeichnungen Mutter Teresas, herausgegeben und kommentiert in „Mutter Teresa - Komm, sei mein Licht“, München 2007.

 

Quellen

(Q1) Janko Lavrin, Dostojewski, rororo bildmonographie Nr. 50088, 29. Auflage 2010, S. 29